Fragen zu Implantaten

Stellt das fortgeschrittene Alter eine Kontraindikation für Implantate dar?

Manche älteren Patienten befürchten, dass sie aufgrund Ihres Alters nicht für eine Implantation geeignet seien. Dabei ist es bedeutender, dass man gesund ist . Das numerische Alter ist dabei eher unbedeutend. Auch in unserer Praxis wurden schon mehrere Patienten erfolgreich mit Implantaten versorgt die über 90 Jahren alt waren. Wenn Sie sich einen Zahn ziehen lassen können, ist es wahrscheinlich möglich auch ein Implantat zu setzen. Bei bestimmten chronischen Erkrankungen ist eine Implantatbehandlung möglicherweise kontraindiziert. Auch bei der Einnahme von gewissen Osteoporosemedikamenten (Bisphosphonate i.v.) ist Vorsicht geboten. Nach einer sorgfältigen Untersuchung Ihrer Zähne und Ihrer medizinischen Vorgeschichte können wir eine Risikoanalyse erstellen und feststellen, ob Zahnimplantate für Sie in Frage kommen. Man muss auch bedenken, dass Zahnimplantate speziell für den älteren zahnlosen Patienten in Schweden entwickelt worden sind. Wenn Sie genau wissen wollen ob bei Ihnen eine Implantation möglich und sinnvoll ist rufen Sie uns einfach an (06324/76850) und vereinbaren Sie eine -für Sie kostenlose -Beratung.

Haben Implantate Vorteile gegenüber Brücken und Prothesen?

Der Unterschied zwischen Implantat und Brücken-Prothesenlösungen ist, dass der fehlende Zahn tatsächlich ersetzt wird. Damit wird die Funktion des Kiefers wieder komplett hergestellt. Folgende Vorteile resultieren aus diesem entscheidenden Unterschied:

  • Aussehen:
    Das Gesicht verändert nicht seine Form weil mit Implantaten kaum Knochenrückbildungen zu verzeichnen sind. Wenn das Zahnfleisch sichtbar ist, sieht der ersetzte Zahn natürlicher aus. Bei Brücken und Prothesen kommt es oft zu einem Zahnfleisch und Knochenschwund.
  • Nachbarzähne:
    Um eine Brücke einsetzen zu können müssen oftmals gesunde Nachbarzähne abgeschliffen werden. Dies entfällt bei Implantatversorgungen.
  • Sicherheit:
    Prothesen sind manchmal nicht starr im Mund zu verankern. Lockerer Zahnersatz macht viele Menschen unsicher. Implantatverankert Zahnersatz sitzt dagegen starr und sicher.

Bildbeispiel : Brücke oder implantatgetragene Einzelkrone.
fragen_zu_implantaten_1 Brückenzähne und Zahnfleisch wurden bei dieser Brücke durch Überlastung und Parodontitis geschädigt.

fragen_zu_implantaten_2 Diese Lücke wurde mit einem Implantat gefüllt. Das Zahnfleisch wurde bereits ausgeformt.

fragen_zu_implantaten_3 Ein Implantatpfosten wurde aufgeschraubt.Beachten Sie, daß die Nachbarzähne nicht beschliffen werden mussten.

fragen_zu_implantaten_4 Die fertige Krone ist eingesetzt.Das Zahnfleisch ist dadurch gestützt.Es sind keine „Schmutznischen“ zwischen den Zähnen entstanden (vergleichen Sie hierzu das Bild der Brücke.

Bildbeispiel 2:Prothese oder feste Zähne auf Implantaten

fragen_zu_implantaten_5 fragen_zu_implantaten_6

Das Modell einer sog. Teleskopprothese. 5 Zähne mit leichter Lockerung mussten bei diesem Patienten beschliffen werden um die Prothese stabil zu verankern und die Zähne nicht zu überlasten. Die Prothese hat zur Stabilisierung eine sog. Gaumenplatte. Obwohl wir diese möglichst grazil gestalten finden manche Patienten die Gaumenplatte nicht akzeptabel (Würge reiz).

Bei den Bildern dieser Patientin stand der Wunsch nach schönen festen Zähnen im Vordergrund.
Nach Parodontalsanierung, Zahnfleischharmonisierung und dem Setzen von nur einem Implantat konnte eine festsitzende Brücke eingegliedert werden.

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Ausgangslage: Ausgangslage mit diversen Zahnfleisch- und Zahnproblemen.

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Behandlungsergebnis :Nach dem Einsetzten der festsitzenden Brücke

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Die präparierten Zähne und ein Implantat vor dem Abdruck

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Die Brückenkonstruktion. Das Verbinden von festen, gesunden Zähnen mit Implantaten ist möglich. Eine Galvano Ausgleichskappe wurde für völlige Spannungsfreiheit im Mund eingeklebt.

Welche Risiken gibt es bei Implantationen?

Sie kennen bestimmt den Beipackzettel von Medikamenten. Hat man die darin beschriebenen möglichen Risiken aufmerksam durchgelesen möchte man das Medikament am liebsten nicht mehr einnehmen.

Wir sind verpflichtet, ähnlich einem Beipackzettel, alle möglichen Risiken und Nebenwirkungen vor der Behandlung darzulegen.

fragen_zu_implantaten_11Eine Schwellung, ein Bluterguss (Hämatom) und Nachschmerzen gehören zu den wahrscheinlichen Folgen einer Implantation. Durch das Medikamentenregime in unserer Praxis (entwickelt von der Universität Düsseldorf) sowie durch schonende Implantationsmethoden werden bei uns auch diese Nebenwirkungen sehr gering sein. Wenn man von Natur aus zu Blutergüssen neigt, d.h. schnell blaue Flecken bekommt, ist es wahrscheinlich, daß dies auch nach der Implantation der Fall ist. Länger als ein paar Tage anhaltende Nachschmerzen sind nicht normal und deuten auf eine Komplikation, z.B. eine Entzündung, hin. Wie bei jeder Operation kann es bei einer Implantation zu Verletzungen von Nachbarzähnen, von Nerven, und im Oberkiefer zur Eröffnung der Kieferhöhle kommen.

Durch unsere sehr gründliche Untersuchung und Planung, oft mit CT gestützter dreidimensionalen Implantationsplanung, sowie der Erfahrung des Implantologen (Implantationen seit 1989) können diese Komplikationen weitgehend vermieden werden.

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Selten auftretenden Wundheilungsstörungen und Infektionen können in seltenen Fällen zu einem Implantatverlust führen. Hohe Hygienestandards und sterile Instrumente sowie unser mimimalinvasives, schonendes Implantationsprotokoll minimieren dieses Risiko. Es gibt aber auch genetisch bedingte Veranlagungen, die die Knochenheilung negativ beeinflussen können. Wir empfehlen daher eine Risikobestimmung für ein genetisch bedingte Risiken-gerade bei umfangreichen Versorgungen. Durch einen einfachen Abstrich aus der Wangenschleimhaut kann das mikrobiologische Labor das Risiko bestimmen. Beim Vorhandensein von Parodontose bzw. Parodontitis ist das Risiko einer Keimverschleppung gegeben. Auch die Belastung durch Keime (mikrobiologische Keimanalyse) kann gemessen und das Risiko für eine Implantation abgeschätzt werden. Dabei gilt als eiserne Regel, dass die Parodontitis vor der Implantation behandelt werden muss, da sonst eine Ansteckungsgefahr für die Implantate und damit verbunden ein Scheitern der Behandlung droht.

Spätkomplikationen können durch chronische Infekte, die mit einem Knochenabbau einhergehen, hervorgerufen werden. Es kann auch im Laufe der Jahre zu geänderten Bissverhältnissen kommen, die dazu führen, dass Implantate überlastet werden. Auch dies kann zu Knochenabbau und Implantatverlust führen. Deshalb empfehlen wir eindringlich unser Nachsorgeprogramm in Anspruch zu nehmen. Professionelle Reinigungen und die Überprüfung der Bisslage sorgen dafür, dass Ihre Implantate und Zähne gesund bleiben.

Wie lange hält ein Implantat, eine Krone bzw. Zahnersatz?

Mit klinischen Erfahrungen aus über drei Jahrzehnten und über einigen Million behandelter Patienten weisen Kronen und Brücken auf Implantaten eine hohe Erfolgsrate auf. Die durchschnittliche Überlebensrate von Implantaten nach 10 Jahren liegt bei weit über 90 %. Aus den Statistiken der führenden Implantathersteller geht eine Erfolgsrate von beinahe 95 Prozent bei Einzelimplantaten und sogar eine noch höhere Rate für implantatgetragene Brücken hervor. Viele Zahnimplantate, die vor 35 Jahren eingesetzt wurden, sind auch heute noch funktionstüchtig! Auch die ersten Implantate, das in unserer Praxis 1989 gesetzt wurden leisten bei dem nun weit über 90 jährigen Patient noch immer hervorragende Dienste.
Entscheidend ist allerdings die Nachsorge die peinlich genau eingehalten werden muss.

Zum Vergleich sei bemerkt, daß Brücken nach 10 Jahren eine Erfolgsquote von 80 % aufweisen. Einzelkronen kommen auf ca. 75% und Zähne mit Wurzelfüllung sogar nur auf ca. 50 %. Sie sehen selbst, daß die Implantatbehandlung langfristig die höchsten Erfolgsquoten aufweist. Es gibt übrigens keine Altersbegrenzung nach oben für Implantatversorgungen. Implantate leisten gerade im höheren Alter einen wesentlichen Beitrag zur Lebensfreude und Gesundheit, da sie wieder ein normales , kräftiges Kauen erlauben.

Was passiert wenn ein Implantat doch einmal erkrankt?- Periimplantitis

Implantate wachsen fest in den Knochen ein. Im laufe der Zeit, insbesondere wenn keine Nachsorge durchgeführt wird oder wenn das Implantat überlastet wird kann es zu einer sog. Periimplantitis kommen. Das Zahnfleisch um das Implantat ist dunkelrot, Entzündungsflüssigkeit tritt aus und im Röntgenbild ist zu sehen, dass sich der Knochen vom Implantat zurückzieht. Auch hier ist natürlich, wie bei den eigenen Zähnen, vorbeugen besser- d.h. man sollte es erst gar nicht zu einer Periimplantitis kommen lassen. Ist sie aber eingetroffen, sollte man möglichst frühzeitig behandeln. Wie bei einer Parodontitis sind um das Implantat eine dramatische Menge schädlicher Bakterien vorhanden. Diese gilt es zu eliminieren. Wir setzten dabei drei innovative Methoden ein die praktisch keine Nebenwirkungen haben und auch in der Parodontaltherapie (bei Zahnfleischerkrankungen) eingesetzt werden.

  • Die photodynamische Therapie:
    Hierbei wird ein blauer Farbstoff auf die Oberflächen des betroffenen Implantates aufgebracht. Mit einem Softlaser wird der Farbstoff aktiviert und beseitigt 99% der Bakterien.
    Außer der Blaueinfärbung, die nach einigen Tagen verschwindet sind keine Nebenwirkungen bekannt. Diese Methode ist auch bei einigen Virusbedingten Erkrankungen wie Herpes wirksam.
  • Ozontherapie:
    Mit einem Gerät, dem Ozonytron, wird Ozon erzeugt welches zu einer raschen Desinfektion der bakterienverseuchten Implantatoberfläche führt .Auch hier sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Sind schon Knochendefekte entstanden, so kann versucht werden mit Knochenersatzmaterial und körpereigenen Wachstumsfaktoren (PRGF/PRP) den Defekt wieder zu regenerieren.
  • Full mouth Desinfection:
    Da schädliche Bakterien auch von anderen parodontal erkrankten Zähnen über den Speichel an das Implantat gelangen kann muss eine Ansteckung verhindert werden. Dazu wirrd der ganze Mund, der Rachen, die Zähne, das Zahnfleisch sowie die Zahnfleischtaschen in einer Behandlung gereinigt und desinfiziert.Ggf. kommen auch Antibiotika zur Anwendung, wenn ein mikrobiologischerTest entsprechende Keimkonzentrationen anzeigt.