BOI Implantate

BOI-Implantate sind – jedenfalls in Deutschland – sehr umstritten und gelten als Außenseitermethode. Dr. Fankidejski,MSc. absolvierte das BOI Training in Deutschland und Frankreich. Tatsächlich gibt es in Deutschland nur sehr wenige Spezialisten für dieses Implantationsverfahren. Ursache dafür ist, dass an keiner einzigen deutschen Universität eine objektive Auseinandersetzung mit dieser Methode und der durch sie eröffneten Behandlungsmöglichkeiten erfolgt und entsprechend auch keine Ausbildung in dieser Methode angeboten wird.
Ganz anders z.B. in Frankreich: Hier gibt es sogar eigene Studiengänge, in denen bereits erfahrene Implantologen sich in dieser Methode weiter spezialisieren können.
Auch die Bezeichnung „Außenseitermethode“ ist unzutreffend, denn dies setzte voraus, dass es eine sonst übliche Methode gibt, von der sich die Außenseiter abwenden.
BOI-Implantate sind jedoch keine Alternative zu Schrauben-Implantaten, sondern vielmehr eine Ergänzung des Behandlungsspektrums in Fällen, in denen mangels ausreichendem Knochenangebot keine Schraubenimplantate gesetzt werden können und eine Knochentransplantation nicht möglich oder nicht gewünscht ist. Somit stellt diese Methode einen Joker in gewissen Situationen da.

boi_implantate_1
Beispiel: Unterkiefer mit sehr schmalem Kieferkamm, Knochendefekt durch einen vereiterten Zahn.

boi_implantate_2
Mit BOI Implantaten wurde der Unterkiefern binnen 5 Stunden wieder festsitzend mit einer Brücke versorgt.

Sind BOI-Implantate besser als Schraubenimplantate?

BOI-Implantate sind nicht besser und nicht schlechter als Schraubenimplantate.
BOI-Implantate kommen zur Anwendung, wenn aufgrund mangelndem Knochenangebot keine Schraubenimplantate gesetzt werden können und auf Knochentransplantationen verzichtet werden soll. BOI-Implantate sind damit eine Ergänzung des Behandlungsspektrums und bieten eine Lösung für problematische Fälle.

Sind BOI-Implantate preisgünstiger als Schraubenimplantate?

BOI-Implantate sind nicht preisgünstiger als Schraubenimplantate. Das Einbringen von BOI-Implantaten ist wesentlich schwieriger und aufwendiger, als das Einbringen von Schraubenimplantaten. Bei mangelnder Knochensubstanz erspart sich der Patient jedoch die Kosten einer Knochentransplantation.

Müssen BOI-Implantate nicht einheilen und können sofort belastet werden?

BOI-Implantate müssen wie jedes andere Zahnimplantat einheilen. Die Grundsätze zur Sofortbelastung von Zahnimplantaten gelten für BOI-Implantate gleichermaßen wie für Schraubenimplantate. Die Frage der Sofortbelastung hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. der Anzahl der Implantate, deren Verteilung etc. Während z.B. die Sofortbelastung eines Einzelzahnimplantates in der Regel ausscheidet, ist im Falle der Versorgung eines zahnlosen Kiefers mit einer ausreichenden Anzahl von Implantaten eine Sofortversorgung mit provisorischem festsitzenden Zahnersatz in der Regel problemlos möglich, wenn der Patient sicherstellt, dass er während der Einheilphase(i.d.R. 6 Wochen) nur weiche Nahrung zu sich nimmt.

Im Falle atrophierter Ober- und Unterkiefer besteht der entscheidende Vorteil der BOI-Implantate darin, dass das vertikale Knochenangebot unerheblich ist. Es muss zur Implantation kein Knochen transplantiert, augmentiert, gesplittet oder distrahiert werden. Die oben beschriebenen Operationsmethoden und die Transplantation von Knochen aus dem Beckenkamm unter Vollnarkose bleiben dem Patienten erspart.

Wie werden BOI Implantate geplant?

Genau wie schrauben- oder wurzelförmige Implantate weden BOI Implantate am sichersten mittels dreidimensionaler CT oder DVT Röntgenaufnahme geplant. Die gewonnenen Daten werden in eine exakte Bohrschablone umgesetzt.