Das erste Implantat

Dienstag 16. Dez

Die Vorgeschichte

Im Jahre 1989 wurde von mir das erste Implantat gesetzt. Wer mehr Angst hatte, der Patient oder ich, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.
Das Implantat ist heute noch nach 19 Jahren in Funktion.
Im Spätjahr 2007 war es bei mir soweit.

Wie kam es soweit?

Ein großer Backenzahn, in der Kindheit von Zucker und zu wenig Mundhygiene fast zugrunde gerichtet, wurde mir im Alter von 8 Jahren mit einer großen Amalgamfüllung „plombiert“. Warum der Zahn „verfaulte“ fragte ich mich damals seltsamerweise nicht. Mein damaliger Zahnarzt verlor auch kein Wort über Ursachen und Krankheitsvermeidung.

Im Röntgenkurs während des Studiums(1975) fiel mein Zahn abermals auf. Ein erneuter Karieseinbruch hatte größere Schäden angerichtet und das Röntgenbild brachte es an den Tag.
Kariesbehandlung und Überkronung wurden durchgeführt. Der Zahn war vorest gerettet.

Über zehn Jahre später (1990) begann der Zahn zu schmerzen. Ein befreundeter Zahnarzt aus München, der ausschließlich Wurzelbehandlungen durchführte, nahm mir die Schmerzen und mein Zahn war hervorragend wurzelbehandelt.
Eine perfekte neue Krone, von Prof. Gutowski , meinem hochverehrten Lehrer für restaurative Zahnheilkunde, eingegliedert leistete mir bis Ende 2007 hervorragende Dienste.

Dann aber kam es zu einem biologischen Zwischenfall. Die anhaltende Belastung führte zu einer sog. Wurzelfraktur. Aus einem kleinen Riss im Zahn konnten Bakterien entweichen und mein Immunsystem reagierte mit Abwehr. Die Beschwerden wurden zu groß.
Der Zahn musste entfernt werden und ein Implantat wurde mir von einem Kollegen aus der Masterimplantologenausbildung eingesetzt.
Nun kann ich meine Patienten über Implantatbehandlungen aus meinem eigenen Erleben informieren.

Vorab noch meine Gedanken wie gut wir es heute haben!
Jeder der interessiert ist und sich um seine Zähne bemüht kann Zahnschäden vermeiden. Durch wirksame Vorbeugemassnahmen, durch Prophylaxe.
Auch ich bin in unserem Programm zur organisierten systemmatischen Prophylaxe.
Mein Zahnfleisch ist gesund und ich habe seit über 15 Jahren keine neue Karies bekommen.

Die Implantation

Das unangenehmste war die Spritze. Sie hat mir zwar keine Schmerzen bereitet,
allerdings hat sie bei mir über 6 Stunden angehalten.
Das Taubheitsgefühl war für mich sehr unangenehm.

Vom Zahnfleischschnitt, dem Bohren und Implantat einbringen bekam ich nur die Geräusche mit.
Ein bisschen wurde ich durch die Geräusche an einen Handwerker, der im Nebenzimmer bohrt, erinnert.
Dann noch die Naht und schon war es geschehen.
An dieser Stelle möchte ich meinem Master-Kollegen Hartmut Sillmanns für seine tolle Behandlung danken.

Die Nachsorge

Nach einer Woche wurde die Naht von Frau Frank entfernt.
Eine „Indexierung“, eine Art Spezialabdruck zur Herstellung einer provisorischen Krone die zum Zahnfleischformen und Knochentraining eingesetzt wird , wurde bei uns im Labor hergestellt.

6 Wochen nach Implantation wurde mir die provisorische Krone eingeschraubt.
Was für eine Wohltat.
Endlich keine Lücke mehr, in die die Nahrung abgleitet. Die Zunge musste nun nicht mehr andauernd erforschen warum da eine Lücke ist. Die provisorische Krone hat keinen Kontakt zur Gegenbezahnung. So werden keine übermäßigen Kräfte auf das einzel stehende Implantat übertragen.

Im Mai 2008 wurde der definitive Abdruck genommen. Das sogenannte „Abutment“ -der Pfosten, der auf das Implantat aufgeschraubt wird und die Funktion eines beschliffenen Zahnes übernimmt, wurde als Rohling in Kunststoff einprobiert.
Im Labor wird der Rohling in Zirkon umgesetzt. Zirkon ist eine Hochleistungskeramik, welche vom Zahnfleisch von allen eingesetzten Materialien am besten vertragen wird.

Die Implantatschulter ist zu sehen. Der Rohling des Pfostens wurde aufgeschraubt

Nichts ist so dauerhaft wie ein gutes Provisorium! Weil das Provisorium fast wie die definitive Krone funktionierte und für mich selbst ein Einsetztermin schwierig zu bekommen ist, dauerte es bis September 2008 bis die definitive Vollkeramikkrone eingesetzt wurde.

Der vollkeramische Pfosten aus Zirkon wurde auf dem Implantat fest verschraubt.

Nach einigen Tagen konnte ich schon keinen Unterschied mehr zu einem eigenen Zahn feststellen. Besonders angenehm ist die Oberfläche der Vollkeramikkrone die vollkommen glatt ist.

Die implantatgetragene Krone ist im besten Sinne ein Zahnersatz, da sie den fehlenden Zahn ersetzt hat ohne Änderungen an den Nachbarzähnen durchführen zu müssen.

Die Implantatkrone wird gepflegt wie ein Zahn, fühlt sich an wie ein Zahn und funktioniert wie ein Zahn.
Herzlichen Dank an meinen Implantologen Herrn Dr. Sillmanns, an meine Zahntechnikermeisterin Frau Miske sowie an meine Kollegin Frau Frank , die den restaurativen Teil betreute. Danke auch an meine Assistentinnen, die den restaurative Part tatkräftig unterstützt haben.