5. Implantatforum der EASI

Sonntag 03. Okt

Das Thema der Veranstaltung „Aktuelle Konzepte der Implantation im athrophen Kiefer“ spiegelte den Gründungsgedanken der europäischen Akademie für Sofortimplantologie (EASI)wieder. Das Ziel seiner Mitglieder ist die sichere, schnelle und komplikationsarme Versorgung zahnloser Patienten mit festsitzendem Zahnersatz auf Implantaten.

Der Samstag morgen begann (bei strahlendem Sonnenschein) mit dem Vortag von Dr. Martin Schweppe über schwierigste Fälle von Kieferathrophie, welche zum Teil auch von Universitäten als nicht behandelbar abgewiesen worden waren. Mit Hilfe von Disc, Zygoma und Pterygoidimplantaten gelang es Dr. Schweppe auch diese Fälle binnen 14 Tagen stabil festsitzend zu versorgen.

Anschließend referierte Dr. Fankidejski über die Anwendung von Lachgas bei ängstlichen Patienten. Mit dieser Technik gelingt es Patienten die Angst vor der Spritze zu nehmen.

Die Planung einer Implantatbehandlung mittels 3D Röntgenbildern und Schablonentechnik war der 2. Beitrag von Dr. Fankidejski. Durch virtuelle Implantationen kann die Implantatsetzung vorab am Bildschirm durchgeführt werden. Der Implantattyp, die OP Technik und die ideale Position der Implantate kann vorausgeplant und mittels Schablone 1:1 im Patientenmund übertragen werden. Es wurden aber auch die Grenzen und Risiken der Schablonenimplantation aufgezeigt. Dr. Fankidejski vermittelte dabei seine Erfahrungen aus 6 Jahren3D Planung und mehr als 300 Behandlungsfällen die mit dieser Methode geplant wurden. Zusammenfassend wurde die 3D Planung mittels DVT oder CT als wichtige und äußerst nützliche Technik zur Sicherheit des Patienten dargestellt.
Sie ist aus der modernen implantologischen Praxis nicht mehr wegzudenken .

Dr. Rudolf Hocheneder , München, referierte über die Methode der Versorgung des zahnlosen Patienten an einem Tag. Dabei wurden auch Aspekte des Komplikationsmanagement und der optimalen Patientenversorgung erörtert. An zahlreichen Patientenfällen zeigte er auch das abgestufte Vorgehen auf, bei dem Patienten über die Jahre (insbesondere aus finanziellen Gründen) optimal versorgt werden können. Die Kommunikation und das Eingehen auf seine Wünsche und Bedürfnisse war ein weiter Aspekt dieses Vortrags.

Die Mittagsreferate drehten sich um das Thema Vollkeramik und Implantologie. Dr. Fankidejski zeigte an Hand von Patientenfällen welche Einsatzmöglichkeiten in der Vollkeramik, besonders im Zirkonzahnverfahren liegen. Teil 1 des Vortrags zeigte die Vorgehensweise beim Implantataufbau ,der verschraubten Vollkeramikkrone und die Brücke auf Implantaten und Zähnen. Teil 2 beschäftigte sich dann mit kieferumspannenden Versorgung die auf Implantaten alleine oder in Kombination mit Zähnen eingegliedert werden. Dabei werden nicht nur die Zähne sondern auch Zahnfleisch und geschwundener Knochen ersetzt. Somit kann die verloren gegangene Anatomie wieder hergestellt werden. Die verschiedenen zahntechnischen Wege die zum Erfolg führen können wurden ausführlich
Schritt für Schritt demonstriert. Anhand eines Kongressfalles, aktuell aus der Praxis von Dr. Fankidejski, konnten die Teilnehmer die verschiedenen Stufen der Behandlung anhand von Röntgenbildern, Fotos, Originalmodellen, Schablonen und Vollkeramikbrücken im wahrsten Sinne des Wortes „erfassen“.

Praktische Übungen zum Lachgaseinsatz (gegenseitig) beendeten den ersten Tag des Forums.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Enrico Steger am Sonntag Vormittag.
Enrico Steger ist der Erfinder des Zirkonzahnsystems, welches es ermöglicht mittels Kopierfräsung fast alle Versorgungsformen der Zahntechnik in Vollkeramik herzustellen.
Herr Steger zeigte die Möglichkeiten des neuen CAD CAM Systems von Zirkonzahn auf und faszinierte mit seiner fachkundigen und kurzweiligen Vortagsweise. Durch die Möglichkeit auch Kunststoffe, Wachse und Metalle fräsen zu können erweitert die Zirkonzahfräsmaschine die möglichen Anwendungen für unsere Patienten.

Sowohl die Aussteller , als auch die Teilnehmer des Forums zeigten sich im Anschluss der Veranstaltung sehr zufrieden.Als Fazit blieb, dass die moderne Implantologie nicht mehr ohne Vollkeramikversorgungen zu erreichen ist.

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